Norwegen

Norwegen1Norwegen, wir haben es geschafft! Und das in einer Woche! Das war zwar so auch geplant, aber jetzt glauben wir erst daran. Wir spüren, dass unsere Anspannung langsam nachlässt. Das Skagerrak hat uns doch beeindruckt. Hier, auf hoher See, kann man nicht mal eben ablaufen und schnell einen geschützten Hafen erreichen, wenn es mal Dicke kommt. Innerhalb der dänischen Gewässer ist Segeln doch wesentlich entspannter. Wir sind froh, hier in geschützten Gewässern weitersegeln zu können.

Die Südküste von Norwegen erleben wir als laut und voll. Die Schären sind überwiegend bebaut und anscheinend wohnen hier viele reiche Leute, denn wir sehen öfter kleine Privatflieger und Helikopter an den Stegen liegen.

Norwegen3Heute am Samstag, den 19. Juli,  haben wir ein wenig gebunkert, hauptsächlich Benzin, das nur noch für knapp 2 Stunden gereicht hätte. Nachmittags machen wir uns auf den Weg Richtung Osten. Segler gibt es hier nicht sehr viele und Liegeplätze offensichtlich auch nicht genug. Das südnorwegische Schärengewässer ist voller Motorflitzer. Nicht alle Brücken sind hoch genug. Nein, 10 Meter reichen auch uns nicht, eine Brücke verwehrt uns den Weg durch den Vrangsund. Abends finden wir aber eine traumhafte Ankerbucht, zu der man über eine Untiefe mit 2 m fahren muss. Entsprechend einsam ist es hier. Wir genießen es, um 24 Uhr bei „Tageslicht“ noch lesen zu können. Nur das Wasser wird ab 1 m Wassertiefe ganz schön kalt, also ist Baden nur etwas für Oberflächenschwimmer.

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Unsere flache Rinne

Auf dem weitern Weg durch die Schären stellt sich bei uns eine Arbeitsteilung ein. Ich bin für die Navigation zuständig und Jan erweist sich als hervorragender Rudergänger, der immer genau Kurs hält, auch wenn die Felsen manchmal sehr dicht vorbeirauschen. Wir haben jetzt jeden Tag beständigen Südwestwind. Einen echten Hafentag legen wir auf Jomfruland ein, einmal, weil es länger regnet und auch, weil wir diese Schäre mit dem Fahrrad rundherum erkunden wollen. Mit einem Besuch im Vertshagd (Wirtshaus) auf Jomfruland runden wir den Tag ab und genehmigen uns eine Pizza und dazu ein wenig Øl.

Von Jomfruland segeln wir zum „Ende der Welt“ – Verdensende. Allerdings brauchen wir diesmal wieder für 2 Stunden den Motor. An der Svartskj, der südwestliche Einfahrt nach Verdensende, fahren wir dicht, sehr dicht, vorbei und immer noch zeigt das Echolot 60 m an. Die Farben dieser Schären sind beeindruckend, und sie sind schon so nackt wie an der schwedischen Westküste. Hier wird auch wieder mehr gesegelt und es fahren weniger diese nervigen Motorflitzer herum.

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Heute, Mittwoch, den 23. Juli, geht es nach Frederikstadt zum Crewwechsel. Wir segeln nordwärts den Røssesund hinauf und wählen dabei manchmal abenteuerliche Wege auf knapp 2 m Wassertiefe. Beim Passieren dieser flachen Stelle fragen wir uns: gibt es hier auch Felsen unter Wasser? Nach diesem Stress sind wir froh, dass wenigstens die Brücken für uns hoch genug sind (14 m).

Auf dem Oslofjord haben wir dann das erste Mal wieder richtig Wind aus SW und die Dünung wird natürlich auf dem Weg nach Osten immer höher. So richtig achten wir aber nicht auf Wind und Wellen, weil wir so schön mit raumen Wind laufen. Da ich immer noch navigiere, fällt mein Blick erst relativ spät auf anlaufende Brecher. Nachdem dann einer unser Deck von achtern bis mittschiffs nass gemacht hat, beachten wir jetzt vermehrt den Seegang, wir sind schließlich nicht mehr in den Schären. Erst in der Vesterelva wird es wieder ruhig. Um 16.20 Uhr sind wir in Fredrikstadt. Pünktlich um 20.41 Uhr kommt dann Barbara mit dem Zug an. Wir machen ein ausgiebiges Essen mit allen drum und dran an Bord. Fjærder meldete übrigens 12 m/s, also, das war doch eine steife Brise da draußen.

Die Tage in Frederikstadt sind unsere Erholungspause, vor allem meine, da Jan am Samstag mit dem Zug nach Hause fahren wird. Wir besuchen Gamlebyen und Oslo, und da natürlich das Norskemuseen und das Vikinghus.

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Sonst hat uns Oslo nicht besonders interessiert, es ist halt eine Großstadt wie andere auch, wer es liebt…

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Und das ist auch Oslo, Yachthafen mit Skisprungschanze im Hintergrund.