Portugal norte

Donnerstag, 6. Juli

Es ist geschafft, wir haben Portugal erreicht!

In Baiona konnte man es leider nicht mitbekommen, der Nordwind, der Nortada wehte schon eine ganze Zeit. Er war bisher nur zu kräftig, öfters über 20 Knoten Wind. Das führte leider immer zu höherer Dünung so um die 2 m. Sicherlich für größere Yachten schön zu besegeln, man kommt ja auch schnell voran so mit Backstagsbrise. Aber für uns ist das nichts. So habe ich gewartet, bis nur noch 1 bis 1,5 m See angesagt wurde. Am 4. Juli war es soweit.

Letzte Eindrücke aus Baiona

Die Bucht von Baiona bei noch etwas stärkerem Wind

Und die Hügel, die ich wohl bald richtig vermissen werde.

Auf dem Weg zur Spitze lies schon einmal der Atlantik grüßen, sieht nach einer ganz schön schaukligen Tour aus bei null Wind.

Letzte Eindrücke von Galizien.

Ab portugiesischer Grenze kam dann Wind auf und ich konnte die letzten 12 Seemeilen segeln.

Der Grenzfluss Minho. Wenn man genau hinschaut, sieht man auf der nördlichen Seite (links) kein Körnchen Sand, aber auf der südlichen (rechts). Die Portugiesen geben einfach nichts von ihrem Sand ab. Ab hier zog sich jetzt ein schmaler Dünenstreifen südwärts, endlose einsame Strände. Und noch etwas viel auf: die Häuser waren alle konsequent weiß oder hell gemalt mit roten Ziegeldächern, fast ohne Ausnahme. Ich konnte dies von guten 2 Seemeilen draußen vor der Küste sehen.

Viana do Castelo war für mich nur ein Durchfahrtshafen, liegen im Fluss ist doch etwas ungemütlich bei starker Strömung und Schwell. Es knarrt permanent in den Leinen. Doch konnte ich schon erste Eindrücke vom portugiesischen Lebensstilgewinnen. Portugiesen haben Stil, das muss ich irgendwann weiter ausführen, es viel mir nur spontan auf. Dies bezieht sich sowohl auf Kleidung, aber auch auf Verhalten und Ausstrahlung. Und nett plaudern tun sie alle gerne. Ich mag diese Sprache.

Typische Bebauung, es gibt deutliche Unterschiede zu Spanien, man muss dies auf sich nur etwas länger wirken lassen.

Die Eifelbrücke am Morgen, danach kam Nebel auf.

Der Nebel hat sich verzogen, Blick auf den Monte de Santa Luzia mit der Kirche Santuário do Sagrado Coração de Jesus (toller Name)

Endlose Strände mit Dünen auf dem Weg nach Póvoa de Varzim

Das perfekte Ende des Tages

Sonntag, 30. Juli

Póvoa de Varzim

Nach 3,5 Wochen bin ich immer noch hier. Nachdem ich mir Hafen und Umgebung genauer angeschaut hatte, war für mich klar: diesen Hafen muss ich für eine gründliche Überholung von amica nutzen. Im Hafen von Póvoa liegen mehr Boote an Land denn im Wasser. Ganz offensichtlich ist dieser Hafen darauf eingestellt, dass hier Boote an Land geholt werden. Das alles ist auch relativ günstig, insbesondere für so ein kleines Boot wie amica.

Manchmal versteht man, warum dieser Hafen gesperrt wird, aktuell ist er nur auf Warnstufe gelb, man soll um Niedrigwasser herum nicht einlaufen oder auslaufen.

Gute Aerosole

Das Nordbecken mit Plätzen für die ganz Großen

Gästebereich, dahinter Stellfläche an Land

Einheimische Lieger, Travellift und weitere Stellflächen an Land

Und neben Kurzzeitlieger wie amica gibt es wie öfters im Süden Langzeitlieger (mehrere Jahre) und verlassene Boote.

Verlassen 1

Verlassen 2

Ganz verlassen, das Ende

An Land setzen lassen geht natürlich nicht einfach ganz schnell, ich musste aber nur ein paar Tage auf einen Termin für den Travellift warten. Pech hatte ich dann mir den Farben (Primer, Antifouling, Verdünnung und Klarlack), der Wille seitens des Services-Unternehmens war da, mir diese Farben zu besorgen. Doch als dann auch in Spanien (Vigo) nichts mehr vorrätig war, habe ich die Angelegenheit selbst in die Hand genommen. Wozu gibt es den weltweiten Onlineversand von SVB, also schnell alles in Bremen bestellt und gehofft, das die Laufzeit von DHL nicht zu lang ist. Es hat dann leider doch 6 Tage gedauert, amica stand schon an Land. Offizielle Laufzeit 9 Tage, nach 5 Tagen erfolgte schon die erste Zustellung von Porto aus. Der gute Mann hat bloß die Receção vor lauter Masten nicht gefunden und das Paket wieder mit nach Porto genommen, aber nächsten Morgen war es dann da.

Nach 15 Monaten im Wasser war ich auch neugierig, wie es denn unterherum aussieht. Dazu kam amica an Land und ich ließ das Unterwasserschiff professionell reinigen, naja, das kann ich natürlich genauso gut, ich hatte aber keine Lust.

Der Moment der Wahrheit, sieht doch gar nicht so schlimm aus. Ich habe mit Muscheln und Seepocken gerechnet.

Nach dem Reinigen könnte man amica gleich wieder ins Wasser lassen. Doch ich wollte für die nächsten 15 Monate alles perfekt haben, also vollen Aufbau mit Primer und 2 Schichten Dover-Weiß. Die Farbe soll nicht so der Favorit für Orcas sein, die lieben eher dunkle Boote. Es wurden drei bis vier Schichten, der Farbe musste verbraucht werden. So wird das sicher bis Ende 2024 reichen.

Ich habe die Tage an Land auch für die Reinigung und Politur der Außenhaut genutzt, ebenso alle Naturholzteile einmal neu lackiert. Lackieren muss man hier ja alle 4-5 Monate.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, das fand auch der Chef vom Service, im Bild sieht man nur seinen Rücken.

Nach 13 Tagen kam amica wieder ins Wasser. Nun habe ich noch die Holzteile an Deck geschliffen und lackiert und einmal gründlich das Teakdeck gesäubert.

Meine Freunde, das Dreibein

und der etwas Ältere, immer nur am Schlafen

Póvoa de Varzim ist eine Kleinstadt im Umbruch. Es gibt verfallene Ecken und eine ganze Reihe neuerer Gebäude. Der traditionelle Stil mit den roten Dächern verliert sich so langsam, auch die Umrahmungen von Fenstern und Türen gibt es kaum noch. Dafür wird weiterhin mit hellen Farben und Klinkern gestaltet und alles ist wie immer sehr gepflegt.

Azulejos auf Plastik, immerhin bleibt die Tradition erhalten, wenn auch nur als Kopie.

Kleine Gasse, neugestaltet.

Die Combo steht links mit Trommeln

Hier ist immer etwas los, eine Capoeira-Veranstaltung

So und jetzt plane ich am Dienstag weiter zu segeln, Wind und See scheinen günstig und die Orcas sind von hier bis Nazaré unter Land nicht anzutreffen.

Sonntag, 13. August

Figueira da Foz

Nun mache ich Navigation auch nach Temperaturen, nicht nur nach Seegang und Wind. Die haben hier echt ein Hitzeproblem. In Lissabon lagen die Temperaturen einige Tage über 40 Grad. Auch in Porto war es immer über 35 Grad heiß. Nur an der Küste kam es kaum über 30 Grad und nachts kühlte es stark ab. Der Atlantik hat hier gerade einmal eben 15 Grad. Mit den Füßen war ich im Wasser, aber ganz eintauchen war mir dann doch zu kalt, obwohl die Lufttemperaturen dazu ja einluden. Leider sind die Ausflüge nach Porto ausgefallen, weder von Póvoa de Varzim noch von Leixões mochte ich mich nach Porto trauen. Hier in den Küstenhäfen kann man bis 12 Uhr durchaus noch herumlaufen, lediglich die Sonne nervt.

Eine Sache muss ich noch nachtragen, denn das habe ich bei der Besichtigung des Unterwasserschiffes auf dem Trockenen in Póvoa festgestellt. Erinnert ihr euch noch an den Kurzbericht über die abgebrochene Ansteuerung von Suances in Nordspanien? Ich musste da ja auf der Welle surfend eine 180 Grad Drehung hinbekommen, klappte auch, allerdings mit extremer Schräglage. Ich hatte damals schon die Befürchtung, dass der Druck auf das Ruder zu heftig war. Ja und in Póvoa konnte ich dann sehen, der Ruderschaft ist leicht verbogen. Das Ruder kommt am unteren Ende etwa eine halbe Handbreit aus der Mitte. Das ist mehr ein optisches Problem, denn steuern lässt sich amica immer noch sehr gut. Ästhetik unter Wasser interessiert mich nicht weiter.

Zu dem Hafen Leixões bzw. zu Matosinhos/Leça da Palmeira ist nicht viel zu sagen. Es ist der Industriehafen für Porto, Containerterminals, große Fischindustrie und die Umgebung ist ähnlich wie in Póvoa im Umbruch, wenn auch noch mehr mit verlassen und dem Verfall ausgesetzten Häusern, auch hier wird saniert. Hier im Norden von Portugal wird mit Industrie und Gewerbe Geld verdient und das sieht nicht immer schön aus. Die touristischen Strandstreifen können darüber nicht hinwegtäuschen. Das Durchschnittseinkommen an der Algarve, dem touristischen Hotspot, ist auf Festlandportugal bezogen am geringsten. Mit Tourismus wird wohl kein Geld verdient.

Auf den Nortada, dem Nordwind ist Verlass. Morgens ist es fast immer flau, was dann die Temperaturen so langsam bis gegen Mittag ansteigen lässt. Dann kommt der kühle Nordwind und sorgt den Rest des Tages für angenehmes Klima.

Am Strand sieht es manchmal so aus, wenn die 2 m hohe Dünung dann läuft. Die rote Flagge ist zu sehen und es geht hier auch keiner ins Wasser.

Es kann aber auch ganz gemütlich aussehen, doch die Badeflagge haben sie nur auf gelb gesetzt. Bedenkenloses Baden ist hier wohl nicht möglich.

Ein paar Häuser in Leça da Palmeira. Immerhin schützen sie sich weiter vor Geistern und Dämonen, dazu sind nämlich die Rahmen um Türen und Fenster da.

Morgendliche Ausfahrt aus Leixões, Hafenübersicht vom Containerterminal bis zum Kreuzfahrerterminal

Mündung des Douro, Porto kann man nur erahnen, unter der weißen Watte, so dicht war der Nebel.

Eine halbe Stunde später kam Wind auf und die Sicht wurde gut.

Auf der Luvseite sieht es halben Winds immer langweilig aus,

aber in Lee merkt man dann schon, dass amica mit gut 5 – 6 Knoten durchs Wasser schiebt.

Einfahrt in den Ria de Aveiro.

Ich bin aber nicht nach Aveiro die 8 sm hochgefahren, sondern vor Sao Jacinto vor Anker gegangen. Am nächsten Morgen gab es einmal wieder echten Nebel mit Sichtweiten um die 50 m. Trotzdem habe ich mich um kurz nach acht auf den Weg nach Figueira da Foz gemacht. Die Dünung sollte ja gegen Abend auf 2 m zunehmen, das wollte ich nicht erleben. Eine Nebelfahrt bei Flaute, wie hier im Norden üblich. Mit einer Seemeile Abstand von der Küste bei 15 m Wassertiefe habe ich nichts gesehen außer Wasser. Nur die größer werdende Dünung war gespenstisch, weil ich ja keine Höhe aufgrund des nicht vorhandenen Horizontes einschätzen konnte. Kurz vor Erreichen der Hafeneinfahrt nach Figueira verzog sich der Nebel und ich konnte ohne Probleme in den Hafen fahren. Sie haben hier eine tolle Rececaõ mit einem tollen Meldeponton. Nur das niemand anwesend ist, trotz offizieller Bürozeiten, daran muss man sich hier in Portugal wohl gewöhnen.

Sonntag, 27. August

Oeiras

Die 145 Seemeilen von Figueira da Foz bis hier kurz vor Lissabon habe ich relativ schnell abgefahren. Leider mussten die Segel meist eingepackt bleiben. Nebel ohne Wind, Sonne ohne Wind und einfach nur kein Wind scheinen an der portugiesischen Küste normal zu sein. Trotzdem konnte ich immer einmal wieder Teilstrecken segeln. Der Verbrauch für die Strecke von gut 25 Liter an Benzin ist dabei aber äußerst sparsam, oder wie es ein neugieriger Mensch von der Policia maritima formulierte, ziemlich effektiv. Auf ihren Schlauchbooten mit 2 mal 200 Pferdestärken läuft das Benzin nur so durch.

Fig.Foz, wie es kurz genannt wird, ist ein altes Seebad. Mit einem Besuch der Strandmeile habe ich mir das einmal genauer angesehen. Es gibt einen beeindruckend breiten Strand mit viel Vorfläche, auf der neben der notwenigen Bepflanzung auch viele Freizeitangebote locken. Aufgrund der hohen Temperaturen sah es dort ziemlich leer, nur direkt am Wasser war viel los. Menschen aus Portugal und Spanien bilden hier wohl die Hauptgruppen der Touristen, vereinzelt waren auch einmal französische Stimmen zu hören.

Das alte Grandhotel

Eine breite Vorfläche zum Strand

Ein Kinderpool, weil man hier keine Kinder in den Atlantik lässt.

Die Wellen am Strand sind nicht zu verachten, kurz vor dem Brechen

Und kurz danach

Im Hafen ging es internationaler zu, eine Reihe deutscher, französischer und englischer Segler konnte man hier antreffen. Groß ist der Hafen nicht.

Die Hafenpromenade ist hier schön gestaltet. Nur war in den meisten Bereichen nicht viel los. Der touristische Bereich in Fig.Foz liegt etwas weiter weg, zum Strand hin. Direkt am Hafen ist man fast im alten Zentrum von Figueira mit dem Mercado Municipal: ohne Ende Fisch, Gemüse und endlich auch einmal einen Bäcker, nicht immer nur diese Pastelarias mit ziemlich süßen Kuchen. Normalerweise muss ich hier Brot im Supermarkt kaufen, weil kaum Bäckereien (Padarias) zu finden sind, und wenn, gibt es dort nur Brötchen.

Der Fluss Mondego kommt von Coimbra herunter und dorthin fährt auch die Bahn. Ich habe mir den richtigen – kühleren – Tag für einen Besuch in Coimbra ausgesucht, denn dort befindet sich eine der ältesten Universitäten von Europa, gegründet gegen Ende des 13. Jahrhunderts.

Auch die Bahnfahrt fand ich sehr interessant, kommt man doch durch eine verlassene Landschaft mit Ruinen, in der auch auf den Feldern kaum noch etwas angebaut wird. Dies ist das andere Portugal, das ich nicht verdrängen möchte. Zwar konnte ich bereits in einigen Häfen die Veränderungen und damit verbundenen Problematiken sehen, doch hier ist es noch einmal eine Stufe heftiger. Nach Coimbra herein verändert sich das Bild, typische Vororte wie man sie von überall in Europa kennt. Hier wohnt das Geld.

Eine beeindruckende Universität

Hier fühlte ich mich gleich zuhause

Das Studentenviertel mit vielen spannenden Gassen

Die Universität liegt auf einem Hügel und von dort gibt es einen wunderbaren Blick in das Tal des Rio Mondego.

Coimbra könnte ich mir tagelang anschauen, aber amica liegt in Figueira und ich will die Küste weiter herunterfahren.

Auf dem Weg nach Nazaré haben mich einmal wieder meine Freunde, die Delfine besucht. Nach dem ich deren Verhalten gesehen habe, bin ich mir fast sicher, dass ich auf der Nebeltour von Aveiro nach Figueira da Foz einen Orca gesichtet habe. Die Finne zog nämlich eine ganze Zeit lang an der Wasseroberfläche entlang, fast so, wie man es von Haien kennt. Ich glaube, dies macht der gemeine Delfin – der delphinus delphis – nicht, der taucht immer nur kurz auf und springt meistens auch dabei. Der Orca – der orcinus orca – ist gemächlicher. Übrigens gehören Orcas auch zu der Familie der Delfine und Delfine wollen ja nur spielen. Dumm, wenn ein 5 Tonnen schwerer Orca ausgerechnet mit einem Segelboot spielen will. Es war schwierig, dieses Ereignis genauer zu beobachten, denn ich fuhr ja auf der 15-Meter-Linie und der war ziemlich weit draußen im Tiefen.

Einfahrt nach Nazaré, da kommt links auch der berühmte Felsen in Sicht. Auf diesem Felsen halten sich im Winter sehr viele Menschen auf, um die Surfer zu beobachten. Die großen Wellen (bis zu 26 m hoch) brechen sich im Winter links vom Felsen, nicht zum Hafen hin. Und ich habe diese Grund kurz nach dem Passieren des Felsen am Echolot ablesen können, von 15 m auf nichts, keine Anzeige mehr, so tief ist dieser Unterwasser Canyon, hier über 100 m.

Nazaré ist ein echter Touriort, böse Zungen bezeichnen diesen Ort als den Ballermann Portugals. Mich haben diese vielen Fungeschichten gestört, zu Wasser und zu Land. Hier ist es immer laut.

Der Felsen von Nazaré. Die Staffs haben mir erzählt, das da oben im November bis 25 000 Leute stehen, um sich die Wellensurfer anzuschauen.

Von dieser Seite fährt nur eine Schrägbahn, ein Aufzug (ascensor da nazaré) auf den Felsen.

Nazaré hat auch schöne Gassen

Der Weg nach Peniche war wieder einem neblig, hier ein schöner Nebelschleier, bevor gegen 11 Uhr der Nebel fast ganz verschwand.

Wie immer fuhr ich dicht unter Land und somit auch dicht an den Felsen vorbei.

Das Cabo Carvoeiro bei Peniche, ich fuhr auf der Länge 9°24,89’W vorbei, das ist westlicher als Spaniens Westspitze Finisterra. Peniche ist sowieso der westlichste Ort und Hafen auf Kontinentaleuropa. Einen Tag bin ich dann in Peniche geblieben, eigentlich wollte ich länger hier sein. Es gab für mich aber keinen geschützten Liegeplatz, ich musste an der Außenseite des Pontons anlegen, der Schwell in diesem Hafen ist heftig, schlafen war kaum möglich. So gibt es nur ein paar Eindrücke aus der unmittelbaren Umgebung.

Ein abenteuerlicher Strand

unterhalb des Forts. Das war wohl früher nur ein Ausfalltor.

Die Hafenmeilen am nicht mehr zugänglichen alten Hafen.

Kleine Gasse mir alter, wenig gepflegter Kirche. Aber ein schöner Ort.

Peniche am zweiten Tag im Nebel, Blick über das Hafenbecken

Und amica an der Außenseite des Pontons in diesem großen Hafenbecken, ohne Nebel

Der längere Törn nach Cascais hat mich 7 Uhr aufbrechen lassen und …. natürlich wieder kein Wind. Gegen 10 Uhr setzte ich dann das Großsegel als Sonnenschutz, gebracht hat das zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

Auf dem Weg zur letzten Spitze, Praia das Maças. So langsam stellte sich ein NW mit bis zu 8 Knoten ein. Ich wechselte vorsichtshalber von Groß auf Fock, da der Wind nun einmal von achtern kam. Vor der Südseite der Spitze bin ich gewarnt worden, dort sollen starke Fallböen vom Cabo da Roca herabkommen.

Der westlichste Punk Kontinentaleuropas, Cabo da Roca, amica erreichte die Länge von 9° 30,5´. Die Römer waren wohl nicht hier (kein finis terrae), denn heute wird dieser Punkt auch offiziell als Ort bezeichnet, wo Europe endet. Ab jetzt geht es wieder nach Osten, naja, auch noch eine ganze Ecke nach Süden.

Kurz nach der Spitze, frischte der Wind von 8 Knoten auf über 25 Knoten auf. Nach dem ich sah, wie das Vorstag durch den Druck im Vorsegel (nur 10 qm!) lose kam, habe ich in einer Blitzaktion die Fock geborgen. Nur unter Top und Takel fuhr ich immer noch 4 Knoten! Trotzdem nahm ich den Motor zu Hilfe, um sicher um das Cabo Raso zu kommen. Kurz nach dem Umrunden des Cabos flaute es extrem ab. In Sicht von Cascais gab es wieder Flaute.

Cascais ist bekannt dafür, extrem teuer zu sein und mir war klar, ich muss am nächsten Tag 5 Seemeilen weiter nach Oeiras. Außerdem war mir das alles hier in Cascais eine Nummer zu groß und der Ort auch nicht sonderlich schön, dafür aber alles sehr touristisch, Kneipen und Restaurants ohne Ende. Wer es so mag, bitte, ich liebe es überschaubarer. Und so ist es in Oeiras

6. September 2023

Parque das Nacões

Vor ein paar Tagen habe ich mich auf die letzte Etappe nach Lissabon gemacht, es soll dort nicht mehr so warm werden, das heißt, nicht über 30 Grad. Hier werde ich das Boot länger liegen lassen, um zusammen mit Barbara Urlaub vom Bordleben zu machen. Der Hafen ist dafür wunderbar geeignet, gut bewacht und geschützt und preislich okay. Da habe ich mich denn gleich für einen Monat eingebucht, ob ich so lange bleibe ist unklar, aber drei Wochen ganz bestimmt.

Die Tour zur Marina Parque das Nacões ging an der Südküste Lissabons entlang. Vom Wasser aus sieht Lissabon sehr schön aus.

Ein letzter Blick auf Oeiras

Stadtstrände In Lissabon

Im Wald versteckt, das Estádio Nacional do Jamor, ein in die Jahre gekommenes Fußballstadion. Noch unter Salazar eingeweiht, ist es für heute Verhältnisse zu klein, nur 36 000 Zuschauer finden Platz.

Am Torre de Belem, schaut euch diese Menschenschlange an.

Und diese Fähre? Die etwas Älteren von uns aus Hamburg kennen diese Dampfer, fuhren sie doch bis in die 70‘ger Jahre als HADAG-Fähren in Hamburg herum.

Die Ponte 25 de Abril. Bis dahin konnte ich segeln, danach gab es Winde aus verschiedenen Richtungen oder gar keinen Wind. Die gute Strömung trug mich aber schnell die letzten Seemeilen bis zum Hafen. Wenn man hier auf dem Tejo an Lissabon vorbeifährt, hat man das Gefühl, Geschichte pur zu erleben.

Ein paar Eindrücke von dem Stadtteil Parque das Nacões, der ja durch die Expo 1998 entstanden ist: Das moderne Portugal, wenn auch ohne traditionelle Baustiele. Irgendwie wirkt das aber immer noch portugiesisch auf mich, was vermutlich an der wiederkehrenden gelben Farbe und der filigranen Struktur liegen mag. Gut, das Thema der Expo war sowieso ein Portugal entsprechendes Thema, aber eigentlich für uns alle: Die Ozeane: Ein Erbe für die Zukunft

Die Architektur

Groß gewordenen Bepflanzung

So und nun mache ich einmal wieder eine Pause vom Segeln bzw. vom Leben an Bord.

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